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Kurz erklärt
Viele Beamtenanwärter können eine private Krankenversicherung abschließen und über die Beihilfe einen Teil ihrer beihilfefähigen Krankheitskosten abdecken lassen. Die PKV versichert dann grundsätzlich den verbleibenden Anteil; ob sie passt, hängt aber auch von Gesundheitsprüfung, persönlichen Umständen und den Regeln des Dienstherrn ab. Eine gesetzliche Krankenversicherung kann ebenfalls infrage kommen, ihre Finanzierung folgt jedoch anderen Regeln.
Das Wichtigste in Kürze
- Beamtenanwärter haben häufig Anspruch auf Beihilfe. Wie hoch sie ist und welche Kosten sie umfasst, richtet sich nach dem Dienstherrn und der persönlichen Situation.
- Bei einer beihilfekonformen PKV versicherst du grundsätzlich den Teil der Krankheitskosten, den die Beihilfe nicht übernimmt.
- Die gesetzliche Krankenversicherung bleibt eine mögliche Alternative. Ob eine Mitgliedschaft möglich ist und wie sie finanziert wird, hängt unter anderem von deiner bisherigen Versicherung und den geltenden Regeln ab.
- Für einen PKV-Antrag ist eine Gesundheitsprüfung üblich. Angaben zu Gesundheit und Behandlung müssen vollständig und wahrheitsgemäß sein.
- Ein Wechsel zurück in die GKV kann später schwierig oder ausgeschlossen sein. Beziehe deshalb auch deine Zeit nach dem Vorbereitungsdienst in die Entscheidung ein.
Kommt die PKV für dich infrage?
Als Beamtenanwärter bist du meist in einem Beamtenverhältnis auf Widerruf. Damit kann ein Beihilfeanspruch verbunden sein. Die Einzelheiten hängen davon ab, ob du beim Bund oder bei einem Land beschäftigt bist und welche Vorschriften für deinen Dienstherrn gelten. Kläre deinen Anspruch deshalb anhand deiner Ernennungsunterlagen und bei der zuständigen Beihilfestelle.
Wenn du Beihilfe erhältst, kannst du grundsätzlich eine private Krankenversicherung für den Teil der Krankheitskosten wählen, den die Beihilfe nicht abdeckt. Dafür muss ein Versicherer deinen Antrag annehmen. Bei der Gesundheitsprüfung können Vorerkrankungen oder frühere Behandlungen eine Rolle spielen. Je nach Prüfung kann ein Antrag angenommen, mit besonderen Bedingungen versehen oder abgelehnt werden.
Auch die GKV kann eine Option sein. Ob du dort versichert bleiben oder Mitglied werden kannst, richtet sich unter anderem nach deiner bisherigen Versicherung und den gesetzlichen Voraussetzungen. Für Beamte gibt es nicht überall dieselbe finanzielle Unterstützung zur GKV. Einige Dienstherren bieten eine pauschale Beihilfe an; ob das für dich gilt und welche Bedingungen damit verbunden sind, musst du für dein Bundesland oder deinen Dienstherrn prüfen.
Die Ernennung zum Beamtenanwärter allein beantwortet die Versicherungsfrage also nicht. Wichtig ist, deinen konkreten Beihilfeanspruch, deinen bisherigen Versicherungsstatus und die verfügbaren Versicherungswege zusammen zu betrachten.
Was die Entscheidung für Beamtenanwärter besonders macht
Beihilfe und Restkosten
Die Beihilfe ist keine Krankenversicherung, sondern eine Beteiligung des Dienstherrn an bestimmten Krankheitskosten. Sie erstattet nur Aufwendungen, die nach den jeweils geltenden Regeln beihilfefähig sind. Der Umfang kann sich je nach Dienstherr, persönlichem Status und Familienkonstellation unterscheiden.
Eine private Restkostenversicherung wird auf den Teil abgestimmt, für den du selbst aufkommen musst. Dabei sollte nicht nur die Höhe des Beihilfeanspruchs betrachtet werden. Auch die Frage, welche Leistungen beihilfefähig sind und wie nicht erstattete Kosten abgesichert werden, ist wichtig. Beihilfe und PKV rechnen zudem getrennt ab: Du reichst Rechnungen bei der zuständigen Beihilfestelle und beim Versicherer ein.
Vorbereitungsdienst und spätere Verbeamtung
Der Anwärterstatus ist oft zeitlich begrenzt. Nach dem Vorbereitungsdienst kann sich dein Beschäftigungsstatus ändern. Damit können sich auch Beihilfeanspruch, versicherter Kostenanteil und die Bedingungen deines Versicherungsschutzes verändern. Kläre vor einem Vertragsabschluss, was beim Übergang in ein Beamtenverhältnis auf Probe oder bei einem anderen beruflichen Weg vorgesehen ist.
Manche Versicherer bieten besondere Konditionen für Anwärter an. Ob ein solches Angebot für dich verfügbar ist, welche Leistungen es umfasst und wie sich der Vertrag später verändert, hängt vom konkreten Vertrag ab. Verlasse dich nicht allein auf eine anfänglich niedrig erscheinende Prämie: Prüfe auch Leistungsumfang, Selbstbehalte, spätere Anpassungsmöglichkeiten und den Versicherungsschutz nach dem Vorbereitungsdienst.
Familie und Angehörige
Bei Kindern oder einem Ehe- beziehungsweise Lebenspartner kann sich die Beihilfeberechtigung auf die Versicherungsplanung auswirken. Ob Angehörige berücksichtigungsfähig sind, hängt von den geltenden Regeln und gegebenenfalls weiteren Voraussetzungen ab. Für Kinder können je nach Situation sowohl eine Absicherung über die GKV als auch eine eigene private Absicherung relevant sein. Vergleiche deshalb nicht nur deine eigene Versicherung, sondern die Absicherung der Familie insgesamt.
Kosten und Finanzierung
Bei der PKV zahlst du einen eigenen Beitrag an den Versicherer. Die Beihilfe übernimmt davon nicht einfach einen festen Teil des Versicherungsbeitrags, sondern beteiligt sich an beihilfefähigen Krankheitskosten. Die private Versicherung muss daher zu deinem persönlichen Beihilfeanspruch passen. Zusätzlich ist die Pflegepflichtversicherung zu berücksichtigen.
Bei der GKV richtet sich die Finanzierung nach anderen Regeln. Beamte erhalten nicht automatisch denselben Arbeitgeberzuschuss wie viele angestellte Beschäftigte. Je nach Dienstherr kann eine pauschale Beihilfe angeboten werden; sie gilt nicht bundesweit einheitlich und kann an Bedingungen geknüpft sein. Erkundige dich, ob eine solche Möglichkeit besteht und welche Folgen eine Wahl für dich hat.
Vergleiche nicht nur die Beiträge während des Vorbereitungsdienstes. Berücksichtige auch, wie sich dein Einkommen, dein Status, mögliche Familienansprüche und dein Versicherungsbedarf später entwickeln könnten. Die Beihilfestelle kann dir die für dich geltenden Beihilferegeln erläutern. Ein Beihilfecheck kann dabei helfen, die zu klärenden Angaben und Fragen zu ordnen, ersetzt aber keine Prüfung deines Einzelfalls.
Typische Fallstricke
- Beihilfe mit vollständiger Kostenerstattung verwechseln: Erstattet werden nur Aufwendungen im Rahmen der geltenden Beihilfevorschriften. Ein Eigenanteil kann bleiben.
- Nur auf den Anwärterbeitrag schauen: Wichtig sind auch Vertragsleistungen, Selbstbehalte und die Bedingungen beim Ende des Vorbereitungsdienstes.
- GKV und PKV nur nach dem Monatsbeitrag vergleichen: Die Finanzierungssysteme und die Absicherung von Angehörigen unterscheiden sich.
- Gesundheitsangaben unvollständig machen: Beantworte die Fragen im Antrag vollständig und wahrheitsgemäß. Falsche oder fehlende Angaben können den Versicherungsschutz gefährden.
- Familienregeln ungeprüft übernehmen: Beihilfe für Angehörige und eine mögliche Familienversicherung in der GKV richten sich nach unterschiedlichen Voraussetzungen.
- Den späteren Wechsel ausblenden: Ein Wechsel in die PKV kann langfristige Folgen haben. Eine spätere Rückkehr in die GKV ist nicht ohne Weiteres möglich.
Was du vor einer Entscheidung bedenken solltest
Die Wahl zwischen PKV und GKV wirkt sich nicht nur während deiner Anwärterzeit aus. Prüfe, wie sich beide Wege bei einer späteren Verbeamtung, einem Wechsel in ein Angestelltenverhältnis, einer Selbstständigkeit oder einer Unterbrechung des Dienstes auswirken könnten. Die Rückkehr von der PKV in die GKV kann an Voraussetzungen gebunden und je nach Alter und beruflicher Situation schwierig oder ausgeschlossen sein.
Wenn du einen PKV-Antrag stellst, beantworte die Gesundheitsfragen sorgfältig. Prüfe, welche Behandlungszeiträume abgefragt werden, und beschaffe bei Bedarf deine Unterlagen, bevor du den Antrag ausfüllst. Wenn dir eine Frage unklar ist, kläre sie vor der Antragstellung. Eine individuelle Einschätzung deiner Versicherungs- oder Rechtslage ersetzt dieser Überblick nicht.
Nächste Schritte
- Beihilfe klären: Ermittle bei deinem Dienstherrn, welche Beihilfevorschriften für dich gelten und welchen Anspruch du während des Vorbereitungsdienstes hast.
- Bisherige Versicherung prüfen: Kläre, ob und unter welchen Voraussetzungen eine GKV-Mitgliedschaft für dich möglich ist.
- Familie einbeziehen: Prüfe die Absicherung von Kindern und gegebenenfalls weiteren berücksichtigungsfähigen Angehörigen.
- Gesamten Verlauf betrachten: Frage nach den Bedingungen beim Ende des Vorbereitungsdienstes und bei einem späteren Statuswechsel.
- Anträge sorgfältig vorbereiten: Lies Gesundheitsfragen genau und mache alle verlangten Angaben vollständig und wahrheitsgemäß.
Häufige Fragen
Müssen Beamtenanwärter in die PKV?
Nein, die PKV ist nicht automatisch vorgeschrieben. Häufig können Beamtenanwärter zwischen einer privaten Absicherung und einer GKV-Mitgliedschaft wählen. Welche Möglichkeiten du hast, hängt unter anderem von deiner bisherigen Versicherung und den Regeln deines Dienstherrn ab.
Übernimmt die Beihilfe alle Krankheitskosten?
Nein. Die Beihilfe beteiligt sich an beihilfefähigen Aufwendungen nach den jeweils geltenden Vorschriften. Welche Kosten anerkannt werden und welcher Anteil gilt, hängt von deinem Dienstherrn und deiner persönlichen Situation ab.
Was passiert mit der Versicherung nach dem Vorbereitungsdienst?
Das hängt davon ab, wie sich dein beruflicher Status verändert und welche Bedingungen für deinen Vertrag gelten. Kläre vorab, ob und wie sich Beihilfeanspruch, versicherter Anteil und Beitrag verändern können.
Können Vorerkrankungen den Abschluss einer PKV beeinflussen?
Ja. Bei der Antragstellung findet üblicherweise eine Gesundheitsprüfung statt. Vorerkrankungen oder frühere Behandlungen können die Annahme und Vertragsbedingungen beeinflussen. Gesundheitsangaben müssen vollständig und wahrheitsgemäß sein.
Können Kinder über die Beihilfe mitversichert sein?
Für Kinder kann ein eigener Beihilfeanspruch bestehen, wenn die jeweiligen Voraussetzungen erfüllt sind. Wie die Beihilfe und eine mögliche GKV-Familienversicherung zusammenspielen, solltest du für deine Familie gesondert prüfen.
Über diesen Beitrag
- Erstellt von
- Redaktion
- Veröffentlicht
- 9. Oktober 2026
- Fachliche Prüfung
- Ronny Knorr, Versicherungsmakler und ISO-zertifizierter Sachverständiger, 11. Oktober 2026
- Quellenbasis
- Sozialgesetzbuch V (SGB V)
- Versicherungsvertragsgesetz (VVG)
- Bundesbeihilfeverordnung (BBhV)
- Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV-Verband)
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